Das Bostich in Wilmersdorf
20er Jahre Flair und goldene Palmen in Wilmersdorf
Es gibt Orte, an die man zurückkehrt, weil das Essen gut ist. Und dann gibt es Orte, an die man zurückkehrt, weil man dort einfach eine richtig gute Zeit hat. Das Bostich in Wilmersdorf verbindet für meine Freundin und mich beides, daher fällt die Wahl immer, wenn wir uns zu zweit treffen, auf das Bostich. Wir müssen so viel von den Abenden dort geschwärmt haben, dass sich eine Freundin anschließen wollte, und so waren wir die Runde bei unserem letzten Besuch erweitert haben.
Ein Raum mit vielen Geschichten
Schon beim Betreten des Restaurants fühlt man sich in die 1930er Jahre versetzt. Mit viel Liebe zum Detail treffen Designerstücke auf Bistro-Chic und französische Küche. An meterhohen Stuckdecken hängen, prachtvolle Leuchten. Am Empfang begrüßt uns eine Escargot-Werbung aus den 1930er Jahren. Bei unserem ersten Besuch saßen wir an der Bar – ein wunderschöner Zinntresen dekoriert mit großen Champagnerkübeln und goldenen Palmenlampen von Maison Jansen, die den Raum in warmes Licht hüllen. Von hier aus hat man einen großartigen Blick auf alles, was frisch hinter der Bar angerichtet und gemixt wird. Bei unserem Glück landeten auch immer wieder kleine Häppchen zum Probieren an unserem Platz.
Bei unserem letzten Besuch ergattern wir den schönsten Tisch. In der Ecke vor dem Fenster, leicht in eine Wölbung eingearbeitet mit Blick auf den ganzen Raum. Von hier lassen sich nicht nur die Bar und die Menschengruppen beobachten, man findet auch die Ruhe, um die faszinierende Stuckdecke zu bestaunen, und so haben wir erst auf den zweiten Blick entdeckt, dass tatsächlich Hummer und Krabben in den Stuck eingearbeitet sind.
Die Karte: französisch, klassisch und unfassbar köstlich
Hummer und andere Meeresfrüchte finden sich auch auf der Karte wieder: Wir bestellen uns quer durch die Karte, all die Dinge, die wir sonst nicht oft essen: Die Lobster Roll - buttrig und großzügig in Brioche, das Fleisch des Hummers zart und süßlich. Die getrüffelten Oeufs Mimosa waren das, was sie sein sollen: cremig-simpel auf ihre Weise und perfekt mit Trüffel abgestimmt. Die Schnecken dufteten nach Kräuterbutter und Knoblauch und schmeckten genauso intensiv und warm, wie man sie sich wünscht.
Die Fischsuppe im Anschluss kam kräftig und aromatisch mit Muscheln und Meeresfrüchten. Und die Artischocke rundete alles mit einem leichten, frischen Kontrapunkt ab.
Nonchalance trifft aufmerksamen Service
Das Bostich ist die ruhigere Schwester der Torbar in Mitte. Das Publikum ist gesetzt, elegant, entspannt, aber keineswegs langweilig. Der Laden wirkt ruhiger und trotzdem in Bewegung. Der Service ist aufmerksam, höflich und witzig zugleich. Es ist diese seltene Mischung aus Nachbarschaftsrestaurant und besonderem Abendlokal, die das Bostich so angenehm macht und dafür sorgt, dass wie immer wieder gerne zurückkommen.
Wer noch nicht da war: Es lohnt sich, einen Tisch zu reservieren. Und am besten gleich einen in der Ecke.